Château Duhart-Milon
Geschichte
Die Geschichte einer Wiedergeburt
Es waren die Herren des Châteaux Lafite, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts das Pflanzen von Weinreben in Pauillac anregten. Die Milon-Weine boten dem Grundherren eine zusätzliche Einkommensquelle und zählten schon bald zu den Zweitweinen des Château Lafite – eine Tatsache, die von der bereits damals anerkannten Qualität der Lage zeugt. Zu dieser Zeit war Marquis Nicolas-Alexandre de Ségur der Eigentümer des Château Lafite. Der Mann, den Louis XV. den „Fürst der Weinreben“ nannte.
Der Handelsagent Guillaume Lawton schrieb bereits im Jahre 1815 über den Mandavy-Milon, den man an den Hängen des Milon anbaute, er sei der "vierte cru von Pauillac in der Entstehung". Zwischen 1830 und 1840 vererbten sowohl Mandavy wie auch die Witwe Duhart (14 Hektar) Grundbesitz an die Familie Castéja, so dass diese danach über einen Weinberg von ungefähr 40 Hektar verfügte, der seitdem Duhart-Milon genannt wurde. Der Überlieferung der Familie Castéja zufolge war „Sir Duhart“ ein ehemaliger Freibeuter in Diensten Louis XV., der sich in Pauillac zur Ruhe setzte. Im Hafen von Pauillac stand noch bis in die 50er Jahre das so genannte „Piratenhaus“, das die Inspiration für das Etikett der Weine von Duhart-Milon lieferte.
Die Bordaux-Klassifizierung von 1855 würdigte die Qualität der Lage Duhart-Milon, indem sie den Wein als den einzigen „4ème cru classé" Pauillacs einstufte. Die Familie Castéja war noch bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts Eigentümer des Weinguts. Das Château Duhart-Milon war bis dahin mit ungefähr 50 Hektar eines der größten Güter in Pauillac.
1937 wurde das Gut aufgrund mehrerer aufeinander folgender Erbfälle verkauft. Im Verlauf der nächsten 25 Jahre hatte das Gut fünf verschiedene Besitzer. Die sich daraus ergebende Zerstückelung der Weinberge hatte den schnellen Niedergang des Château zur Folge. Ein Zustand, der durch den großen Frost 1956 nur noch schlimmer wurde.Die Qualität der Weine sank beträchtlich bis die Familie Rothschild den Besitz im Jahre 1962 erwarb. Duhart-Milon umfasste zu dieser Zeit 110 Hektar, aber nur 17 Hektar davon waren tatsächlich noch Rebfläche. In der Folgezeit wurden in den Weinbergen umfangreiche Wiederaufbauarbeiten in Angriff genommen, beginnend mir der Drainage des Bodens. Zudem wurden viele der alten Weinreben ausgerissen und neue gepflanzt. Angrenzende Parzellen wurden dazugekauft und andere zur Flurbereinigung ausgewechselt. Gleichzeitig entstanden in Pauillac neue Weinlager und Gärkeller.
Zwischen 1973 und 2001 vergrößerte man den Weinberg von 42 auf 71 Hektar. Die Reife der Weinreben und die Renovierung der Weinkeller markierten den letzten Schritt in einer Reihe bemerkenswerter Anstrengungen, die während der letzten 40 Jahre zur Steigerung der Qualität unternommen wurden, um dem Château Duhart-Milon seinen Ruf als "4ème cru classé du Médoc" zurückzugeben. Dass dieses Anspruchsdenken auf voller Breite erfolgreich war, zeigt sich in den Weinkellern. Denn die Jahrgänge 1986, 1990, 1995, 1996, 2000 und noch einige andere haben sich als äußerst viel versprechend erwiesen.





