Carmes de Rieussec

Sauternes

Der Zweitwein des Château Rieussec entsteht auf der gleichen Grundlage wie der Hauptwein. Er zeichnet sich immer wieder durch seine herrlich aromatische Fülle aus, bei der vor allem Zitrusfrüchte vorherrschen. Der Name Carmes de Rieussec bezieht sich auf die Karmelitermönche in Langon, die im 18. Jahrhundert die Eigentümer Rieussecs waren.

Carmes de Rieussec Sauternes

Jahrgänge

  • Jahrgang 2015

    • Sémillon 87%
    • Sauvignon 7%
    • Muscadelle 6%

    Der Winter 2014-2015 war zunächst mild und trocken. Aber, wie so oft, hemmte das kältere Wetter im Februar die Vegetation und führte sogar zu einer Verzögerung beim Austreiben der Reben.

    Das wärmere Wetter im Frühjahr war zwar günstig für die Entwicklung der Reben, erzeugte jedoch aufgrund der Trockenheit einen leichten hydrologischen Stress bei den Pflanzen. Die Anfang Juni einsetzenden Regenfälle schufen ideale Bedingungen für den Ablauf der Blüte. Die sommerlichen Temperaturen blieben dann bis Mitte August sehr warm.

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (bei Abfüllung)

    Reichhaltiges Bukett mit Noten von eingemachten weißen Früchten, die sich hin zu Noten von Bitterorangen entwickeln.
    Nach einem zarten Auftakt gewinnt dieser Wein zunehmend an Kraft, wobei sich Noten von frischer Ananas einstellen. Am Gaumen erweist es sich als vollmundig und verfügt über schön eingebundene Holztöne. Wunderbar ausgewogener, straffer Abgang von dauerhafter Nachhaltigkeit.

  • Jahrgäng 2014

    • Sémillon: 91 %
    • Sauvignon: 5 %
    • Muscadelle: 4 %

    Die heftigen Niederschläge von November bis Februar brachten eine Ergänzung der 2012 und 2013 teilweise bereits überdurchschnittlich gut gefüllten Grundwasservorräte. Die Temperaturen lagen über den Normalwerten. Leider fehlten die vom Mensch geschätzten und für den Weinberg notwendigen winterlichen Fröste. Dabei wären 14 Tage mit trockenem und sonnigem Winterwetter ohne Wind sehr willkommen gewesen! Die Natur lässt sich eben nichts vorschreiben!

    Der Austrieb erfolgte frühzeitig. In der ersten Juniwoche begünstigten die steigenden Temperaturen eine einheitliche Blüte.

    Auch in diesem Jahr bereiteten die Wetterbedingungen uns Winzern ständig große Sorgen, und unsere Teams mussten das ganze Jahr hindurch aktiv daran arbeiten, die Trauben in einem perfekt gesunden Zustand zur Reife zu bringen. Die Beerenreife erfolgte in zwei Schüben: ein erster Schub Ende Juli, ein zweiter in der 2. Augusthälfte. Dieser Umstand führte zu unterschiedlich gereiften Trauben auf ein und demselben Rebstock.

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (bei Abfüllung):

    Recht dichtes Bukett aus Noten von Honig und Akazienblüten, zarte Holzaromen.
    Am Gaumen im Anklang vollmundig, großzügig, recht ausgewogen, schön likörartiger Abgang.

  • Jahrgang 2013

    • 87% Sémillon
    • 8% Sauvignon
    • 5% Muscadelle

    Aufgrund des besonders feuchten und kalten Winters verzögerten sich die verschiedenen Arbeiten in den Weinbergen; die Reben schlugen spät aus, die Blüte begann mit drei Wochen Verspätung gegenüber dem Mittel der letzten 50 Jahre. Das launische Wetter führte zu Verrieseln und Kleinbeerigkeit und ließ geringere Erträge als gewohnt befürchten. Im Juni gab es einen abrupten Klimawechsel. Das hochsommerliche Wetter setzte völlig übergangslos ein und brachte lokal heftige Gewitterschauer mit sich.

    Die bevorstehende Weinlese sorgte bei unseren Technikern für allerhand Kopfzerbrechen: Die Reife verzögerte sich aufgrund des wechselhaften Wetters mit Regenschauern und Sonnenschein und erzeugte wegen der schlagartigen Entwicklung des Pilzes Botrytis Ende September zusätzliche Komplikationen! Glücklicherweise konnten wir uns auf die sorgfältige Sortierarbeit unserer Ernteteams verlassen, die trotz der schwierigen Bedingungen bei der Lese ganze Arbeit leisteten. Die Lese wurde bis Ende Oktober fortgesetzt, als sich ein schöner Edelfäulebefall eingestellt hatte.

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (BEI ABFÜLLUNG):

     Das Bukett enthüllt zunächst die typischen Aromen der Sauvignon-Trauben und weicht darauf einer angenehmen Frische sowie Noten von exotischen Früchten. Der erste Eindruck am Gaumen ist geradlinig und sehr direkt, dann wird er allmählich samtig und entwickelt leicht würzige Noten von Honig, die sich bis zum Abgang mit einer schönen Lebhaftigkeit fortsetzen. Dieser Aperitifwein sollte jung und sehr kühl getrunken werden!

  • Jahrgang 2012

    • Sémillon 87 %
    • Sauvignon 10 %
    • Muscadelle 3 %

    Ein schwieriges Weinjahr. Es begann mit einem heftigen Hagelschauer am 24. April, auf den eine verspätete Blüte (10. Juni) bei insgesamt feuchtem Wetter folgte. Dies ließ Schlimmes für den Ertrag befürchten.
    Im Juni und Juli kam es zu einem ständigen Wechsel zwischen Hitze und Feuchtigkeit, ein idealer Nährboden für die Entwicklung von echtem und falschem Mehltau auf den Reben, aber auch von wohlschmeckenden Steinpilzen und Pfifferlingen in den Wäldern!
    Die Pflanzenschutzmaßnahmen erwiesen sich als komplex und erforderten die ganze Aufmerksamkeit unserer Winzer, die sich bei ihrer Arbeit nach unserer „Charta für nachhaltige Entwicklung“ richten.
    Trotz des schönen Wetters Ende August reiften die Trauben ungleichmäßig heran. Dies erforderte einen großen Sortieraufwand bei der Lese. Auch der organisierte Ablauf der Lese der verschiedenen Parzellen erwies sich als komplizierter als gewohnt.

    In diesem Jahr konnte trotz des großen Engagements aller Beteiligten kein Erstwein (Château Rieussec) erzeugt werden. Allerdings entstand ein erfreulich fruchtiger und blumiger Zweitwein (Carmes de Rieussec).

    Ergebnis der Verkostung (bei Abfüllung):

    Bukett von weißen Blüten mit Noten von Geißblatt und Akazienblüten. Am Gaumen entwickelt er gleich feine Likörnoten, die durch Honignoten ausbalanciert werden. Das durchschnittlich lange Finale endet mit einem lebhaften, angenehmen und nachhaltigen Gefühl am Gaumen.
    Dieser Aperitif-Wein sollte jung getrunken werden.

  • Jahrgang 2011

    • Sémillon 84 %
    • Sauvignon 12 %
    • Muscadelle 4 %

    Aufgrund der relativ geringen Niederschläge von Januar bis März und der sehr geringen Niederschläge im April gestaltete sich der Anfang des Weinjahres schwierig für unsere Winzer. Morgentau, geringe Feuchtigkeit und hohe Temperaturen stellten den „idealen Nährboden“ für die Entwicklung von Mehltau (einer durch Pilze verursachten Pflanzenkrankheit) dar, was die besondere Aufmerksamkeit Winzer erforderte. Die Monate August und September waren von einer unregelmäßigen Niederschlagsneigung gekennzeichnet, die die nötige Feuchtigkeit zur Entwicklung der Edelfäule Botrytis lieferte. Dank des wunderschönen Altweibersommers konnte nun der optimale Augenblick für die Weinlese abgewartet werden, die in 7 Durchgängen bis zum 2. November durchgeführt wurde.

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG BEI ABFÜLLUNG (Mai 2013)

    Das Bukett ist floral mit den Aromen von Akazienblüten und frischen Birnen, gefolgt von kandierten Aprikosen.Im Anklang zeigt er sich schön rund am Gaumen, anschließend zieht sich der Wein zu verstärkt mineralischen Noten zusammen um in ein langes, ausdrucksstarkes Finale von Fruchtnoten zu münden.

  • Jahrgang 2010

    • Sémillon 92 %
    • Sauvignon Blanc 5 %
    • Muscadelle 3 %

    Das Weinjahr 2010 fiel ähnlich aus wie 2009. Der Beginn der Vegetationsperiode war komplex und bis Mitte Juni aufgrund starker Regenfälle schwierig zu bewältigen. Danach waren die Monate Juli, August und September sehr trocken (20 mm Niederschlag im Durschnitt) mit hohen Tagestemperaturen und kühlen Nächten – ideale Bedingungen für die langsame aber vollständige Reifung der Trauben.

    Ergebnis der Verkostung (bei Abfüllung)

    Die Farbe ist bereits jetzt ein attraktives Blassgold. Kandiertes, exotisches Obst in der Nase dominiert die primären Aromen der Rebsorten. Am Gaumen zeigt sich der Wein beständig und sehr konzentriert, öffnet sich aber und offenbart weiche Honignoten.

  • Jahrgang 2009

    • Sémillon 100 %

    Der Beginn der Wachstumsperiode erwies sich als besonders knifflig. Die Techniker mussten besonders aufmerksam sein, um die Reben vor Schaden zu bewahren.
    Gutes und stabiles Wetter stellte sich erst wieder im Juni ein, aber die Bedingungen wurden dürreartig, durchsetzt mit willkommen leichten Regengüssen im Juli, August und September. Heiße Temperaturen am Tag in Verbindung mit recht kühlen Nächten ermöglichten einen langsamen Reifeprozess.
    Die Ernte erfolgte unter sehr guten Bedingungen an insgesamt 4 Terminen zwischen dem 17. September und dem 15. Oktober, begleitet von der Entwicklung einer schönen und schnell wachsenden Edelfäule.

    Ergebnis der Verkostung (bei Abfüllung)

    Reizvoller Wein mit expressiver Frucht und sehr gutem Abgang, der aber noch für einige Jahre im Keller reifen muss.

  • Jahrgang 2008

    • Sémillon 85 %
    • Sauvignon Blanc 15 %

    Ein frostiges Frühjahr verringerte Zahl und Ertrag der Beeren. Im August konnten wir
    von guten Wetterbedingungen profitieren, während der Spätsommer sich eher durch
    milde Temperaturen auszeichnete. Der September war heiß und sonnig und gab den
    Trauben eine gute Reife.

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (BEI ABFÜLLUNG)

    Aromen von karamellisierten Aprikosen, Zitrusfrüchten und weißem Pfirsich werden
    von einer Honignote getragen: Lassen Sie Ihre Nase ruhig eine Weile im Glas? um den
    Moment voll auszukosten!
    Am Gaumen ist der Wein sehr geschmeidig, eher üppig, ausgewogen. Der Abgang
    zeigt einen lebhaften Ansatz.

  • Jahrgang 2007

    • Sémillon 97 %
    • Sauvignon Blanc 3 %

    Nach einem normalen Winter und einem ausgesprochen freundlichen April war es von Juni bis August 2007 vergleichsweise kühl mit Temperaturen unter dem langjährigen Mittel. Strahlend blauer Himmel sowie Sonnenschein im September und Oktober brachten die Trauben dann aber doch noch ohne Probleme zur Reife. Die Wetterbedingungen stellten sich am Ende sogar als sehr förderlich für einen großen Jahrgang heraus.

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (BEI ABFÜLLUNG)

    Der Wein präsentiert sich in goldener, beinahe bersteinartiger Farbe. Das Bukett ist von hervorragender Frische mit Noten von Südfrüchten. Am Gaumen offenbart der Wein eine gut strukturierte, ausgewogene Süße gefolgt von Anmutungen kandierter Zitrusfrüchte im Abgang.

  • Jahrgang 2006

    • Sémillon 97,5 %
    • Muscadelle 2,5 %

    Die Herbst- und Winterzeit 2005/2006 fiel außergewöhnlich trocken aus, das wurde aber im März durch schwere Regenfälle wettgemacht. Von April bis Juli war das Wetter angenehmer. Der August fiel zwar eher kühl aus, aber die Sonne kehrte Anfang September zurück und vollendete den Reifeprozess.

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (BEI ABFÜLLUNG)

    Der Wein hat eine dichte, goldene Farbe. Das Bukett ist frisch mit Gewürznoten und Birnenaromen. Am Gaumen ist er strukturiert, vollmundig, ausgewogen und mit schöner Säure, im Abgang klingen Noten von Südfrüchten an.

  • Jahrgang 2005

    • Sémillon 90 %
    • Sauvignon 6 %
    • Muscadelle 4 %

    Ende 2004 und die ersten Monate des Jahres 2005 waren sehr trocken, denn von Dezember 2004 bis Ende März 2005 fielen nur 127 mm Niederschlag! Der Vegetationszyklus begann deshalb mit ganz geringen Wasserreserven. Die Temperaturen lagen im Durchschnitt bei den gleichen Werten wie 2004, waren aber deutlich niedriger als 2003.

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (BEI ABFÜLLUNG)

    Der Wein hat eine goldgelbe Farbe und ein frisches Bukett mit dem Aroma von Zitrusfrüchten. Beim Schwenken im Glas werden auch Noten von Südfrüchten deutlich. Am Gaumen überzeugt er durch einen runden, fülligen Anklang und einen lebhaften, langen Abgang.

  • Jahrgang 2004

    • Sémillon 100 %

    Die ersten Monate des Jahres verliefen fast wie das Vorjahr, mit relativ hohen Temperaturen und nur mäßigen Niederschlägen. Doch ab April wendete sich die Tendenz und es regnete häufig, mit einer kurzen Ausnahme im Juni und Juli. Der September war sonnig, aber nicht sehr heiß, und die Trauben konnten langsam heranreifen.

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (BEI ABFÜLLUNG)

    Bei der Verkostung zeigt dieser Jahrgang seine intensive, strohgelbe Farbe mit glänzendem, goldenem Schimmer. Das Bukett ist ausdrucksvoll mit den Aromen von Akazienblüten und Trockenobst (Mandeln). Der Anklang am Gaumen ist lebendig und von guter Frische, das Aroma frischer Früchte wie Aprikosen und Feigen herrscht vor. Der Abgang wird von angenehmer Säure getragen.

  • Jahrgang 2003

    • Sémillon 10 0%

    2003 wird als das Jahr der großen Hitzewelle in Erinnerung bleiben. Schon ab März war es sehr warm und so blieb es auch in den folgenden Monaten mit ungewöhnlich hohen Temperaturspitzen von Juni bis August. Schon im Mai hatte das Rebenwachstum zwei Wochen Vorsprung und die Halbzeit der Traubenreife wurde bereits am 20. bzw. 25. Juli erreicht. Die Hundstage im August beschleunigten die Reife weiter, und wir konnten schon ab dem 25. August einen hohen Gehalt an flüchtigen Säuren messen.

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (BEI ABFÜLLUNG)

    Der Wein ist kräftig, konzentriert und vollmundig. Das sehr feine und ausdrucksvolle Bukett erinnert an Feigenmarmelade, Vanille und Honig. Am Gaumen ist er sehr geschmeidig, ein Zeichen des hohen Alkohol- und Zuckergehalts. Im langen Abgang findet man den ersten Eindruck des Buketts wieder, nämlich das sehr intensive Aroma kandierter Früchte.

  • Jahrgang 2002

    • Sémillon 85 %
    • Sauvignon 10 %
    • Muscadelle 5 %

    Die Wetterbedingungen waren 2002 anfangs nur mäßig und unbeständig, verbesserten sich aber sehr mit dem Herannahen der Reifeperiode. Nach einem milden und trockenen Winter schlugen die Reben schon früh aus. Zur Zeit der Rebblüte war es dann aber relativ kalt, so dass die Blüten verrieselten und nur unzureichend befruchtet wurden.
    Zum Glück folgte auf die im Vergleich zum langjährigen Mittel insgesamt eher kühlen Monate Juli und August ein wunderbarer Monat September, der den Botrytisbefall förderte: tagsüber trocken, warm und sonnig, nachts frisch.

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (BEI ABFÜLLUNG)

    Der Jahrgang hat eine kräftige, goldene Farbe mit schönem Glanz. Das geöffnete Bukett kündigt viel Frische und Leichtigkeit an, einige Karameltöne, und Zitrusfrucht finden sich auch. Nach einem diskreten Anklang entwickelt dieser Wein am Gaumen schöne Fülle und eine komplexe Aromapalette, bei der kandierte Aprikose und Melone vorherrschen. Ein sehr gelungener Jahrgang.