„Ein einzigartiges Terroir, das absolut unwiderstehlich ist. Sehr anders als das Médoc aber absolut herausragend.“

Baron Eric de Rothschild

Geschichte

Der Grundstein des Weinbergs von Pomerol

Die Famile Léglise aus der Gegend von Libourne ist verantwortlich für die Gründung des Château L’Èvangile. In der Mitte des 18. Jahrhunderts brachte sie engagiert die Bildung der Weinberge von Pomerol voran. In den Katastern des Jahres 1741 erschien L’Évangile zum ersten Mal unter dem Namen „Fazilleau“.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts sah das Gut schon fast so aus wie heute. Es war 13 Hektar groß als es an den Anwalt Isambert verkauft wurde. Dieser wiederum „taufte“ das Gut nach dem Evangelium. 1862 wurde L’Évangile von Paul Chaperon erworben, dessen Erben, die Familie Ducasse, es bis 1990 besaßen. Paul Chaperon machte die Kellerei in der Welt bekannt und errichtete auch das Herrenhaus im Stil des „Second Empire“. Seit der zweiten Auflage des Cocks Féret im Jahre 1868 wird L’Évangile als „premier cru du Haut-Pomerol“ gelistet.

Nach dem Tod von Paul Chaperon gegen 1900 führten seine Nachkommen das Gut bis 1957 weiter, bis es von Louis Ducasse nach dem schlimmen Frost von 1956 in sehr schlechtem Zustand übernommen wurde. Er machte sich mit Erfolg daran, den Weinberg zu erneuern und ihm seinen einstigen Rang wiederzugeben. Seine Witwe, Simone Ducasse, setzte nach seinem Tod 1982 diese Familientradition fort.

1990 erwarben die Domaines Barons de Rothschild (Lafite) L’Évangile von der Familie Ducasse, die großen Wert darauf legt, dass der Betrieb mit großer Sorgfalt und Beständigkeit weitergeführt wird. Seit dem Erwerb ist der Einfluss der DBR (Lafite) spürbar: Der Erstwein wurde einer noch strengeren Selektion unterworfen und mit dem „Blason de L’Évangile“ ein Zweitwein geschaffen. Seit 1998 wurde der gesamte Weinberg wiederhergestellt und dabei teilweise erneuert. Schließlich wurde 2004 die vollständige Renovierung der Gärkeller und Weinlager zum Abschluss gebracht und damit der letzte Schritt zur Neuausrichtung des Weingutes vollendet.

Diese Arbeit wurde durch eine Dekade bemerkenswerter Jahrgänge zwischen 1995 und 2005 mit Erfolg gekrönt. Unter diesen Weinen ragen die Jahrgänge 1995, 1996, 2000 und 2005 besonders heraus!

Weinberg

Ein außer-gewöhnliches Terroir

Es scheint ein Geheimnis der Geologie zu sein, wieso auf der Ebene von Pomerol ein merkwürdiger Zufall eine lang gezogene Schicht Kiesboden ans Tageslicht brachte. Drei Weinberge teilen sich die seltene Erde, darunter L’Évangile. Das Gut nimmt dabei eine besonders günstige Lage ein. Es berührt im Norden das Château Pétrus und wird im Süden nur durch eine Nebenstrasse vom Cheval Blanc in Saint-Emilion getrennt.

Die Gesamtfläche beträgt 22 Hektar Lehmsandböden mit reinem Kies. Der Untergrund ist eisenhaltig. Die angebauten Rebsorten sind Merlot (80%) und Bouchet (20%), eine örtliche Bezeichnung für Cabernet Franc. Der Merlot bringt die Frucht, den Körper sowie das Fleisch mit und verleiht dem Wein seine unnachahmbare Sanftheit. Der Bouchet ist für die Finesse zuständig. Bei der Weinerzeugung kommen traditionelle Techniken zum Einsatz. Die Produktion ist beschränkt und die Lese sowie andere Arbeiten, die das ganze Jahr hindurch ausgeführt werden, erfolgen von Hand.

Das Gut wird von Eric Kohler, dem technischen Leiter der Domaines, und Jean-Pascal Vazart, dem Gutsverwalter geleitet.

Keller

Weinbereitung, die Tradition und moderne Produktions-methoden verbindet

Der Gärkeller und das Weinlager wurden 2004 vollständig wieder aufgebaut, um sie besser an das Verfahren der Einzellagen-Auslese anzupassen. Dabei werden zuerst die Trauben jeder Lage in separate Chargen unterteilt, damit am Ende des Gärprozesses ihre Eignung für die Herstellung des Erstweins beurteilt werden kann.

Eine enge Kombination traditioneller und moderner Methoden kennzeichnet alle Arbeiten im Weinkeller. Die Gärung vollzieht sich in Bottichen und wird nach der klassischen Methode durch Überpumpen und kontrollierter Maischung (mit häufigen Degustationen) durchgeführt. Nach Ende der Gärung wird der Wein in Eichenfässer abgefüllt, in denen er 18 Monate lagert.

Eine strenge Selektion findet statt, um den nächsten Château L’Évangile und seinen Zweitwein, Blason de L’Évangile, zu erzeugen.

Die durchschnittliche Produktion des Château L’Évangile und des Zweitweins Blason de L’Évangile liegt bei 5.000 Kisten.