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Charles Chevallier stellt den Jahrgang 2014 vor

Die Vorstellung der Primeurweine ist wie jedes Jahr ein bedeutsames Ereignis für unsere Bordelaiser Châteauweine.
Der im vergangenen September gelesene Jahrgang 2014 wurde den Bordelaiser Weinhändlern („Négociants“) und Fachjournalisten während der „Woche der Primeurweine“ Anfang April vorgestellt.
Charles Chevallier, dem die technische Leitung der Bordeläser Weingüter der Gruppe untersteht, kommentiert diesen neuen Jahrgang.

 

KLIMAVERLAUF UND WEINBAU

 

Die heftigen Niederschläge von November bis Februar brachten eine Ergänzung der 2012 und 2013 bereits gut gefüllten Grundwasservorräte.

Die Temperaturen lagen über den Normalwerten. Leider fehlten die vom Menschen geschätzten und für den Weinberg notwendigen winterlichen Fröste. Dabei wären 14 Tage mit trockenem und sonnigem Winterwetter ohne Wind sehr willkommen gewesen! Die Natur lässt sich eben nichts vorschreiben!

Der Austrieb erfolgte frühzeitig. In der ersten Juniwoche begünstigten die steigenden Temperaturen eine einheitliche Blüte.

Auch in diesem Jahr erforderten die Wetterbedingungen die ständige Aufmerksamkeit von uns Winzern, und unsere Teams mussten das ganze Jahr hindurch aktiv daran arbeiten, um die Trauben in einem perfekt gesunden Zustand zur Reife zu bringen (trotz dieser Bemühungen ging jedoch ein Teil der Ernte von Duhart-Milon durch Schneckenbefall verloren!).

Die Beerenreife erfolgte in zwei Schüben: ein erster Schub Ende Juli, ein zweiter in der 2. Augusthälfte. Dieser Umstand führte zu unterschiedlich gereiften Weintrauben auf ein und demselben Rebstock.

Die Weinlese war daher „kein leichtes Unterfangen“. Schließlich musste individuell für jede Traube entschieden werden, welche gelesen werden sollte und welche nicht. Diese Arbeit erforderte die ungetrübte Aufmerksamkeit unserer Weinleser und Sortierer, damit nur die allerbesten roten Weinbeeren in die Kelter zur Erzeugung unserer Spitzenweine aus Pauillac und Pomerol gelangten.

Nachdem eine kleine Ernte von sehr schönen weißen Sémillon- und Sauvignon-Trauben für den „R de Rieussec“ in Sauternes eingefahren war, verlief die Entwicklung der Edelfäule Botrytis cinerea eher ungleichmäßig. Dieser Jahrgang entstand aus einer ersten Lese von Beeren, die natürlich getrocknet und konzentriert wurden (passerillage), und einer zweiten Lese von Beeren (bis Ende Oktober), die eine wunderbare Edelfäule entwickelt hatten. Dank der subtilen Assemblage dieser beiden Komponenten haben wir die gewünschte Komplexität und Frische erhalten.

 

Weinlese und Assemblagen

Photos raisins

Château Lafite Rothschild
Weinlese: Merlot: vom 22. bis zum 27. September; Cabernet Sauvignon: vom 29. September bis zum 8. Oktober; Cabernet Franc: 2. Oktober; Petit Verdot: 10. Oktober
Château Lafite Rothschild: Cabernet Sauvignon 87%, Merlot 10%, Cabernet Franc 3%
Carruades de Lafite: Cabernet Sauvignon 58%, Merlot 42%

Château Duhart-Milon
Weinlese: vom 23. bis zum 29. September; Cabernet Sauvignon: vom 29. September bis zum 10. Oktober
Château Duhart-Milon: Cabernet Sauvignon 55%, Merlot 45%
Moulin de Duhart:  Cabernet Sauvignon 36%, Merlot 64%

Château L’Evangile
Weinlese: Merlot: am 22., 29. und 30. September sowie vom 1. bis zum 4. Oktober; Cabernet Franc:  am 3. und 7. Oktober
Château L’Evangile: Merlot 82%, Cabernet Franc 18%
Blason de L’Evangile: Merlot 100%

Château Rieussec
Weinlese: Vom 15. September bis zum 29. Oktober in 7 Durchgängen – Vom 2. bis zum 13. September für den «R» de Rieussec
Château Rieussec: Sémillon 93%, Sauvignon 5%, Muscadelle 2%
Carmes de Rieussec: Sémillon 92%, Muscadelle 4%,  Sauvignon 4%
„R“ de Rieussec:  Sauvignon 46%, Sémillon 54%