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Die Weinlesen 2008 aus der Sicht von Charles Chevallier

Im Bordelais begann der Vegetationszyklus schon sehr früh, wurde aber unterbrochen als die neuen Knospen einem Spätfrost im Frühjahr ausgesetzt waren. Eine wärmere Zeit folgte und verhielf den Trauben zu einer guten Reife. Ab Mai war klar, dass 2008 eine kleiner Jahrgang in Bezug auf die Menge werden würde. Das gilt insbesondere für die weißen Rebsorte. In Sauternes waren die Wetterbedingungen günstig für die Entwicklung der Edelfäule. Die ersten Durchgänge im Weinberg begangen in Rieussec ab dem 26. September und setzten sich langsam aber sicher bis zum 10. November fort. Wir ließen uns sehr viel Zeit, bis Anfang Oktober, bevor wir auch die roten Trauben einholten.
Es war ein Jahr in dem man sowohl wachsam wie auch geduldig sein musste, aber gegen Ende der Mazeration waren wir sehr froh über den Ausdruck den wir sowohl an Tanninen wie auch an Frucht entdecken konnten, alles unterlegt von einer erfrischenden Säure. Alle Zeichen für Weine mit einem wirklich guten Lagerpotenzial stehen gut. In Aussières im Languedoc, war das Jahr trocken. Der Vegetationszyklus begann langsam und nur sehr zaghaft, weil es an Wasser fehlte. Aber nach einem gut Schuss Regen Ende Mai war die Lese gerettet. Dank der milden Wetterbedingungen erreichten die Traube die volle Ausreifung und wir konnten erneut in Ruhe den Zeitpunkt für eine späte Lese abwarten. Die frühen Anzeichen legen nahe, dass es ein ausgezeichneter Jahrgang wird.

Charles Chevallier, technischer Direktor der bordelaiser Châteaux von DBR (Lafite)