Château Lafite Rothschild

1er cru classé, Pauillac

„Lafite hat eine Seele. Eine schöne, großzügige, freundliche Seele. Lafite verwandelt bloße Erde in einen Traum. Lafite ist Harmonie, die Harmonie zwischen Mensch und Natur. Ohne die Winzer auf Lafite gäbe es auch keinen Wein. Aber ohne den himmlischen Odem dieses einzigartigen Fleckens Erde könnten sie niemals etwas derart Herausragendes erschaffen.“

Baron Eric de Rothschild

Die Qualität des Château Lafite Rothschild bedarf keiner näheren Vorstellung. Schon 1815 verlieh ihm Guillaume Lawton höchste Ehren: „Er besitzt am meisten Eleganz und Delikatesse und hat den feinsten Körper der drei [premiers crus]“ – eine Klassifizierung, die 1855 bestätigt wird. Seine Weinberge zählen zu den schönsten Lagen im Médoc.“ Im Rahmen der Klassifizierung der Grand Crus von 1855, die anlässlich der Weltausstellung erschien, wurde das Château in der Tat in den Rang eines „Premier Grand Cru“ erhoben.

Château Lafite Rothschild 1er cru classé, Pauillac

Jahrgänge

  • Jahrgang 2014

    • Cabernet Sauvignon: 87 %
    • Merlot: 10 %
    • Cabernet Franc: 3 %

    Die heftigen Niederschläge von November bis Februar brachten eine Ergänzung der 2012 und 2013 bereits überdurchschnittlich gut gefüllten Grundwasservorräte.
    Die Temperaturen lagen über den Normalwerten. Leider fehlten die vom Menschen geschätzten und für den Weinberg notwendigen winterlichen Fröste. Dabei wären 14 Tage mit trockenem und sonnigem Winterwetter ohne Wind sehr willkommen gewesen! Die Natur lässt sich eben nichts vorschreiben! Der Austrieb erfolgte frühzeitig. In der ersten Juniwoche begünstigten die steigenden Temperaturen eine einheitliche Blüte.
    Auch in diesem Jahr erforderten die Wetterbedingungen die ständige Aufmerksamkeit unserer Winzer, und unsere Teams mussten das ganze Jahr hindurch aktiv daran arbeiten, um die Trauben in einem perfekt gesunden Zustand zur Reife zu bringen. Die Beerenreife erfolgte in zwei Schüben: ein erster Schub Ende Juli, ein zweiter in der 2. Augusthälfte. Dieser Umstand führte zu unterschiedlich gereiften Weinbeeren auf ein und demselben Rebstock.
    Die Weinlese war daher „kein leichtes Unterfangen“. Schließlich musste individuell für jede Traube entschieden werden, welche gelesen werden sollte und welche nicht. Diese Arbeit erforderte die ungetrübte Aufmerksamkeit unserer Weinleser und Sortierer, damit nur die allerbesten roten Weinbeeren in die Kelter zur Erzeugung unserer Spitzenweine aus Pauillac gelangten.

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (bei Abfüllung) :

    Schöne intensiv granatrote Farbe.
    Das für den Jahrgang 2014 typische komplexe und fruchtige Bukett wartet mit schön blumigen Noten auf. Dezente Toastnoten sind wahrnehmbar, der Holzton ist jedoch bereits gut verschmolzen. Am Gaumen erweist sich dieser Wein als schön vollmundig, ist kraftvoll ohne jedoch an Eleganz einzubüßen. Die Aromen von Brombeere und schwarzer Johannisbeere prägen sich weiter aus und werden durch die in den Weinen von Lafite vielfach anzutreffenden Noten von Veilchen und Zeder ergänzt.
    Am Gaumen erweist sich dieser Wein als frisch, harmonisch und sehr persistent. Er verfügt über eine schöne Ausgewogenheit zwischen Reichhaltigkeit und Finesse.

  • Jahrgang 2013

    • Cabernet Sauvignon: 98%
    • Merlot: 2%

    Aufgrund des besonders feuchten und kalten Winters verzögerten sich die verschiedenen Arbeiten in den Weinbergen erheblich; die Reben schlugen spät aus, die Blüte begann mit drei Wochen Verspätung gegenüber dem Mittel der letzten 50 Jahre. Das launische Wetter führte zu Verrieseln und Kleinbeerigkeit und ließ geringere Erträge als gewohnt befürchten. Im Juni gab es einen abrupten Klimawechsel. Das hochsommerliche Wetter setzte völlig übergangslos ein und brachte lokal heftige Gewitterschauer mit sich (je nach Lage am 27. Juli bzw. am 2. August).

    Ab dem 15. September begann dann ein wahrer Wettlauf mit der Zeit: Die Reife verzögerte sich aufgrund des wechselhaften Wetters mit Regenschauern und Sonnenschein und sorgte wegen der schlagartigen Entwicklung des Pilzes Botrytis Ende September für zusätzliches Kopfzerbrechen! Da blieb keine Zeit für langes Hin und Her. Es musste vielmehr möglichst schnell ein effizientes Team für die Weinlese zusammengestellt werden. Glücklicherweise konnten wir uns auf die sorgfältige Sortierarbeit unserer Ernteteams verlassen, die trotz der schwierigen Bedingungen bei der Lese ganze Arbeit leisteten. Aufgrund des Botrytis-Befalls musste die gewohnte Reihenfolge bei der Lese der roten Parzellen umgestellt werden, damit deren jeweiligem Potenzial als Erst- oder Zweitwein Rechnung getragen werden konnte.

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (BEI ABFÜLLUNG)

    Einen großen Wein wie diesen sollte man so kurze Zeit nach der Abfüllung eigentlich nur mit einer gewissen Ehrfurcht in der Flasche betrachten!
    Das Bukett ist noch sehr verschlossen und wirkt beinahe abweisend. Am Gaumen verspürt man sehr schnell die solide Struktur und Fülle, bevor die Verkostung in ein langes schön fruchtiges Finale übergeht, in dem die Barriquenoten noch etwas dominieren. Die Geduld wird sich lohnen!

  • Jahrgang 2012

    • Cabernet Sauvignon 91 %
    • Merlot 8,5 %
    • Petit Verdot 0,5 %

    Im Bordelais zeichnete sich das Weinjahr 2012 durch unbeständige klimatische Bedingungen aus.
    Auf einen recht milden Winter folgte ein von Regen und Feuchtigkeit geprägtes Frühjahr. Der April war besonders feucht, und am 24. gab es einen heftigen Hagelschauer.
    Diese Bedingungen erschwerten die Befruchtung und ließen Schlimmes für die zu erwartende Menge der Lese befürchten. Daher war die Arbeit unserer Winzer in diesem Jahr mehr denn je unverzichtbar.
    Im Juni und Juli kam es zu einem ständigen Wechsel zwischen Hitze und Feuchtigkeit. Im August stabilisierte sich das Klima dann endlich wieder und ließ die gesunden Trauben perfekt heranreifen.
    Der zum Teil ungleichmäßige Reifegrad der Trauben erforderte ab Ende September viel Arbeit bei der Auslese des Rebguts.

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (bei Abfüllung):

    Das noch etwas verschlossene Bukett entwickelt fruchtige Aromen, die dezent von holzigen Noten dominiert werden. Am Gaumen dicht und gut strukturiert. Die nun folgende Mittelnote des Weines ist von seinem kompakten und stabilen Gleichgewicht geprägt. In dem zwar sehr dichten Finale kommen „zarte, nahezu flüchtige Tannine“ zum Ausdruck! Schöne Länge und Persistenz.

  • Jahrgang 2011

    • Cabernet Sauvignon 80 %
    • Merlot 20 %

    Die ungewöhnlichen Klimabedingungen des Weinjahres 2011 erforderten die ständige Bereitschaft und das wertvolle Know-how unserer technischen Teams.
    Dieser Jahrgang reifte sehr frühzeitig. Er war durch ein besonders heißes Frühjahr, geringe Niederschläge zum Jahresanfang, ergiebigeren Regen im Sommer und die ständige Bedrohung eines möglichen Mehltaubefalls geprägt (diese Erkrankung der Rebe tritt im bordeläser Weinbaugebiet eher selten auf). Wenige Tage vor der geplanten Weinlese kam es am 1. September nördlich von Pauillac und Saint Estèphe zu einem heftigen Gewitter mit Hagelschauern, so dass die ursprüngliche Planung kurzfristig modifiziert werden musste. Die vom Hagel betroffenen Parzellen wurden als erste gelesen. Glücklicherweise gab es keine nennenswerte Verluste, da die Trauben aufgrund des günstigen Klimas bereits gut gereift waren!

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (bei Abfüllung)

    Robe von tief dunkler und intensiver purpurner Farbe.
    Dichtes Bukett mit Aromen roter und schwarzer Früchte sowie Noten von Buchsbaum und Gewürzen.
    Sehr dichter Gaumen von schöner Intensität. Sehr komplexer Abgang.

  • Jahrgang 2010

    • Cabernet Sauvignon 87 %
    • Merlot 13 %

    Das Weinjahr begann mit einem kalten
    relativ feuchten Winter. Aus diesem Grund setzte die Knospung erst ab Mitte April ein
    was etwas später was als noch 2009. Trockenes
    sonniges Wetter beschleunigte danach das Pflanzenwachstum.
    Die Monate Mai und Juni waren von sich abwechselnden Perioden aus Regen und Sonnenschein geprägt. Eine Kältewelle Anfang Juni verkomplizierte die Blüte. Das Resultat waren verkümmerte Blüten und ungleichmäßig große Beeren.
    Zum Glück war es im Juli sehr trocken (weniger als 20 mm Niederschlag) bei relativ hohen Temperaturen. Diese Wetterlage half den Reben
    die während der Blüte entstandenen Verzögerungen wieder aufzuholen.Die Monate August und September fielen äußerst trocken aus. Hinzu kamen wundervolle Tagestemperaturen und kühle Nächten – also ideale Bedingungen für die Trauben, die so langsam die optimale Reife erreichten.

    Ergebnis der Verkostung (bei Abfüllung):

    Schöne konzentrierte Farbe.
    Der Wein ist fest und dicht am Gaumen, präsentiert gute Struktur und wohldefinierte Tannine.Ein langer, anhaltender Wein mit einer Veilchennote im Abgang. Der 2010er ist ein eleganter Wein mit exzellenter Balance.

  • Jahrgang 2009

    • Cabernet Sauvignon 82,5 %
    • Merlot 17 %
    • Petit Verdot 0,5 %

    Aufgrund des überaus warmen, feuchten Frühlings erwies sich der Anfang der Wachstumsperiode als eine schwierige Zeit. Das Team musste besonders aufmerksam sein, um die Reben vor Schaden zu bewahren.
    Erst im Juni stellte sich wieder sonniges und stabiles Wetter ein, hielt dafür aber auch über den ganzen Sommer an. Tatsächlich kamen die Wetterbedingungen einer Dürre tatsächlich sehr nahe, wären sie nicht im Juli, August und September von willkommenen regnerischen Abschnitten unterbrochen worden. Reichlicher Sonnenschein mit hohen aber nicht zu heißen Temperaturen und eher kühle Nächte ermöglichten eine langsame Reifung des Traubenguts, was den Beginn der Lese bis Ende September hinauszögerte.
    Außergewöhnlich günstige Wetterbedingungen, gekrönt von einer Ernte bei strahlendem Sonnenschein sorgten für einen Jahrgang, der sicherlich herausragend wird.

    Ergebnis der Verkostung (bei Abfüllung)

    Das kräftige Bukett duftet nach dunklem Obst und Lakritze. Am Gaumen zeigt sich der Wein körperreich und überraschend ausdrucksvoll. Der Eindruck wird zunehmend dichter, voller Kraft und Überschwang. Trotz seiner Jugend ist die Energie dieses Weines klar zu erkennen: die ausgeprägte Eleganz und Komplexität eines Lafite sind bereits vorhanden!

  • Jahrgang 2008

    • Cabernet Sauvignon 84 %
    • Merlot 15 %
    • Petit Verdot 1 %

    Nach einem strengen Winter und Frost im Frühjahr wurde die Wachstumsperiode

    genauestens überwacht. Die Blüte war aufgrund anhaltender Feuchtigkeit wenig
    produktiv. Der Sommer verlief mit mittelmäßigen Temperaturen. Aber zum Glück fiel
    der September gut aus. So konnte in Ruhe abgewartet werden bis die Trauben die volle
    Reife erreichten.

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (BEI ABFÜLLUNG)

    Rote Früchte dominieren das klare, gut definierte und komplexe Bukett. Am Gaumen 
    werden die Kraft und der klassische Stil dieses Weines deutlich: Fruchtigkeit, guter
    Körper und sehr fein strukturierte Tannine.

  • Jahrgang 2007

    • Cabernet Sauvignon 84 %
    • Merlot 15 %
    • Petit Verdot 1 %

    Kräftige Niederschläge im Winter haben den Grundwasserspiegel wieder aufgefüllt und nach einem feuchten und kalten Winter schlugen die Reben früh aus. Die Temperaturen lagen im März und April schon relativ hoch, so dass das Rebenwachstum schnell einsetzte. Doch dann zeigte sich die Sonne bis in den August hinein nur wenig und die Temperaturen blieben niedrig. Zum Glück setzte im September eine lang anhaltende Schönwetterperiode ein und ließ die Trauben in Ruhe ausreifen. 125 Tage nach der Blüte waren Zucker, Gerbsäuren und Schalen ausgereift. Damit dauerte der Wachstumszyklus der Rebe länger als normal, aber 2007 war ein Jahr mit 13 Mondmonaten.

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (BEI ABFÜLLUNG)

    Bukett gut ausgereifter roter Früchte. Zunächst diskret, doch dann Fülle und Öffnung. Eleganz, Charme, noch etwas diskret, schöne Länge. Holzton, verschmolzen.

  • Jahrgang 2006

    • Cabernet Sauvignon 82 %
    • Merlot 16 %
    • Cabernet Franc 2 %

    Der Winter war kälter und feuchter als in den Vorjahren. Es folgten ein schöner Frühling und ein guter Sommer, die für frühes Einsetzen der Traubenreife sorgten. Die Trauben reiften gut aus, aber schwere Regenfälle im September unterbrachen die Lese.

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (BEI ABFÜLLUNG)

    Schöne, sehr dunkle Farbe. Diskretes Bukett mit Primärnoten, die sich mit Fülle und Dichte entwickeln. Am Gaumen mächtig mit sehr guter Struktur und einem schönen Abgang mit Gerbsäure, unterlegt von Holztönen.

  • Jahrgang 2005

    • Cabernet Sauvignon 89 %
    • Merlot 10 %
    • Petit Verdot 1 %

    Auch 2005 fielen nicht genug Niederschläge – nun schon das vierte Jahr hintereinander! Die Trockenperiode setzte früh im Mai ein und die Rebstöcke reagierten mit verminderter Blattbildung. Die hochsommerlichen Temperaturen von Juni und Juli klangen im August aus und dank der frischen Nachttemperaturen blieb der Säuregehalt der Trauben gewahrt, die langsam und ohne Unterbrechung heranreiften. Wettermäßig ein atypisches Weinjahr, doch letztendlich ideal für gesundes und sehr reifes Traubengut von fruchtiger Frische.

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (BEI ABFÜLLUNG)

    Die Weine dieses Jahrgangs sind von tiefer Farbe, das Bukett ist intensiv, delikat, fein und komplex. Am Gaumen zunächst sehr geradlinig, dann jedoch setzen Fülle und Volumen ein, der Wein wird rund. Sehr kräftig, schöne Länge, wunderbar dicht und elegant.

  • Jahrgang 2004

    • Cabernet Sauvignon 90,5 %
    • Merlot 9 %
    • Petit Verdot 0,5 %

    Nach einem regnerischen Winter und einem kühlen Frühling war es im Juni und Juli trocken und warm. Der August zeigte sich mild und der September war sonnig, aber nicht sehr heiß. Die Trauben reiften nur langsam heran und es hieß geduldig abzuwarten, bis das optimale Reifestadium erreicht war. Deshalb begann die Weinlese erst Ende September.

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (BEI ABFÜLLUNG)

    Das Bukett ist zurückhaltend und beginnt sich zu öffnen. Fruchtige Noten, die leicht an kandierte Früchte erinnern. Im Anklang füllig, dann entwickelt sich ein großzügiges Gleichgewicht, opulent und von großer Eleganz. Im Abgang sehr lang, schmeichelnd und seidig.

  • Jahrgang 2003

    • Cabernet Sauvignon 86 %
    • Merlot 9 %
    • Cabernet Franc 3 %
    • Petit Verdot 2 %

    Aufgrund der sommerlichen Hitzeperiode, die 2003 nicht nur in der Region von Bordeaux sondern auch im ganzen Land herrschte, wird dieser Jahrgang als ein außergewöhnliches Weinjahr in Erinnerung bleiben. 
    Im August kam es zu einer plötzlichen Hitzewelle, während der etwa 14 Tage lang Temperaturen von über 40 °C herrschten. Das gesamte Weinjahr war von einer geringen Niederschlagsneigung geprägt (zwischen Oktober 2002 und September 2003 gab es nur 555 mm Niederschläge verglichen zum Durchschnitt von 850 mm). Die Böden blieben jedoch recht frisch, so dass die Reben nicht unter dem Wassermangel litten.
    Angesichts dieser außergewöhnlichen Bedingungen wurden die Arbeiten im Weinberg entsprechend angepasst. Der Laubschnitt wurde bewusst eingeschränkt, damit die Reben vor der großen Hitze geschützt blieben.
    Dank der Wasserreserven im Boden und der gemäßigteren Temperaturen Anfang September setzte sich die Reifung der Beeren anschließend ungestört fort.

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (BEI ABFÜLLUNG)

    Der Jahrgang zeigt sich als besonders stark, tief und geschmeidig mit sehr runden Tanninen sowie einem sehr langen Abgang.

  • Jahrgang 2002

    • Cabernet Sauvignon 87 %
    • Merlot 9,5 %
    • Cabernet Franc 3,5 %

    Nach einem relativ warmen und regenarmen Winter schlugen die Reben schon früh aus, doch das kalte und regnerische Wetter während der Rebblüte ließ die Blüten verrieseln, der Fruchtansatz erfolgte ungleichmäßig und sorgte für kleine, feste Trauben. Schon ab Anfang Juni war abzusehen, dass die Ernte gering ausfallen würde. Das nur mittelmäßige Wetter hielt auch in den eher kühlen Monaten Juli und August an, trotzdem setzte die Traubenreife gleichmäßig ein. Mit Näherrücken der Erntezeit verbesserten sich die Wetterbedingungen deutlich: der September war wunderbar sonnig, ohne Niederschläge, mit Wind aus Nordosten. Diese Klimabedingungen beschleunigten den Reifeprozess. Die Weinlese fand bei strahlendem Sonnenschein statt und man konnte gelassen den vollen Reifegrad der Trauben abwarten.

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (BEI ABFÜLLUNG)

    Der Wein dieses Jahrgangs präsentiert sich als sehr dicht, kräftig, mit Substanz und kompaktem Tannin, gut ausgeglichen und sehr anhaltend.

  • Jahrgang 2001

    • Cabernet Sauvignon 86,5 %
    • Merlot 13,5 %

    Nach einem sehr feuchten Winter und sehr milden Temperaturen setzte der Austrieb der Reben schon vorzeitig ein. Die Blüte verlief gut und einheitlich zur gewohnten Zeit. Der Sommer zeigte sich bis zur Lese wechselhaft warm und bewölkt – der Juli ungewohnt kalt, August dafür eher warm und September wieder kühl mit leichtem Regen. Die Ausreifung war uneinheitlich aber dafür fand die Weinlese unter sehr guten Bedingungen statt.

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (BEI ABFÜLLUNG)

    Der Wein wartet mit einer intensiven Nase von schwarzen Früchten auf. Er ist sehr elegant und harmonisch, mit kraftvollen und sehr reifen Tanninen, einer sehr reinen Frucht und einer schönen Beständigkeit.

  • Jahrgang 2000

    • Cabernet Sauvignon 93 %
    • Merlot 7 %

    Wiederum ein Jahr mit einer relativ vorzeitigen Wachstumsphase und insgesamt ungewöhnlich hohen Temperaturen und normalen Niederschlägen. Die Feuchtigkeit von Ende Mai bis Anfang Juni begünstigte den falschen Mehltau, der aber durch die Wachsamkeit unserer Techniker abgewehrt werden konnte. Das Ende des Sommers war schön, und die trockenen, heißen Wochen im August und September sorgten für gut ausgereifte Trauben.

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (BEI ABFÜLLUNG)

    Der Wein ist von sehr dunkler, fast violetter Farbe mit prachtvollen, bezaubernden Aromen und einem kraftvollen Mund von gleichzeitig großer Finesse. Ausgezeichnet auch das außergewöhnliche Tanningerüst und der lange Abgang.

  • Jahrgang 1999

    • Cabernet Sauvignon 74 %
    • Merlot 18,5 %
    • Cabernet Franc 6 %
    • Petit Verdot 1,5 %

    Auf einen milden Winter, wie fast während des ganzen Jahrzehnts, folgte ein ebenso milder Frühling mit einer vorzeitigen Blüte. Feuchte Tage von Juli bis Mitte August bei seltenem Sonnenschein ließen die Angst vor einem möglichen Befall mit Graufäule wachsen, die sich schnell ausbreiten und in kürzester Zeit ganze Weinberge verwüsten kann. Glücklicherweise herrschte ab dem 15. August eine Hitzewelle, die bis zur Weinlese andauerte. Mit der Weinlese konnten wir trotz relativ feuchtem Wetter den Geschwindigkeitsrekord brechen. Aber die Reben so schnell wie möglich bei voller Ausreifung einzubringen, war ein riskantes Unternehmen. Der Wein besteht diesmal aus vier Rebsorten des Weinbergs, was selten ist, aber schon 1996 vorkam (der Cabernet Franc und der Petit Verdot werden fast nie gleichzeitig für den Erstwein ausgewählt). 

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (BEI ABFÜLLUNG)

    Der Jahrgang kommt mit einer schönen holzigen Blume und Gewürznoten. Im Mund ist er strukturiert und ausgewogen und gewinnt an Kraft. Der Abgang ist lang und endet mit einem Nachklang aus roten und schwarzen Beeren.

  • Jahrgang 1998

    • Cabernet Sauvignon 81 %
    • Merlot 19 %

    Die verregnete Weinlese ließ uns schon glauben, dass alle Hoffnungen vergebens waren, die das vorzeitige Austreiben, die einheitliche Blüte, ein trockener Frühling und ein sehr heißer August geweckt hatten. Dem sollte aber nicht so sein. Vermutlich wurden unsere Gebete erhört, denn zum Glück setzten die Niederschläge erst sehr spät ein und fielen nur einmal während der Weinlese auf die Trauben, die dadurch zwar benetzt, aber nicht durchdrungen wurden. Wie auch immer, die traurigen Gesichter verwandelten sich in strahlende Mienen, sobald die ersten Bottiche bearbeitet, analysiert und verkostet waren. 

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (BEI ABFÜLLUNG)

    Der Jahrgang weist die ganze Kraft des Weinbergs auf, eine sehr tiefe, dunkle Farbe, und eine sehr schöne Mischung aus Holzgeschmack, Fruchtigkeit und Gewürzen im Mund. Dieser 98er kann sehr lange gelagert werden und ist sehr beständig, reich und weitgefächert, mit einem seidigen und sehr langen Finale.

  • Jahrgang 1997

    • Cabernet Sauvignon 90 %
    • Merlot 10 %

    Am 8. September zückte man in Lafite schon die Scheren um die ersten Merlots zu schneiden – eine vorzeitige Lese, die durch das ideale Wetter im Winter und im Frühling begünstigt war. Der Sommer hingegen erwies sich als ziemlich verregnet. Glücklicherweise erlaubte ein sonniger September, ähnlich dem des Vorjahres, die Ernte bei strahlendem Himmel. 1997 war eine der längsten Weinlesen, die bei Lafite jemals stattgefunden haben. Die Trauben wurden immer wieder sortiert, um nur die besten Trauben auszuwählen. 

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (BEI ABFÜLLUNG)

    Die Nase ist würzig, der Gaumen seidig, süß und ausdruckvoll mit einem fruchtigen, vollen Abgang. Dieser schmackhafte Jahrgang wird seine Reife sicherlich eher erreichen als seine beiden Vorgänger 1995 und 1996.

  • Jahrgang 1996

    • Cabernet Sauvignon, 83 %
    • Merlot, 9 %
    • Petit Verdot, 8 %

    Das Jahr begann zwar mit exzellenten Bedingungen für das Wachstum der Trauben, aber der kalte und regnerische August erwies sich als schwierig und ließ die Moral der Winzer auf den Tiefpunkt sinken. Glücklicherweise folgte ein September mit strahlendem Sonnenschein. Diese drei unterschiedlichen Etappen des Jahrgangs bescherten uns einen sehr reichen, dichten, gut strukturierten und komplexen Wein. 

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (BEI ABFÜLLUNG)

    Manche Weinverkoster erkennen in diesem 96er die Eleganz des Jahrgangs 1953 und die Kraft des Jahres 1959 wieder: ein Jahrgang, der dieser Wertschätzung auch nach langer Lagerung noch gerecht wird!

  • Jahrgang 1995

    • Cabernet Sauvignon 74 %
    • Merlot 18 %
    • Petit Verdot 8 %

    Ein sehr sonniges Jahr mit einem trockenen Sommer und einigen wohltuenden Regenfällen Anfang September vor der Weinlese, die zu gewohnter Zeit bei voller Ausreifung begann.

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (BEI ABFÜLLUNG)

    Dieser vortreffliche Jahrgang besticht durch seine besonders feinen Tannine, seine sehr große Eleganz und seine exzellente Länge im Mund. Er kann zweifellos sehr lange gelagert werden.

  • Jahrgang 1994

    • Cabernet Sauvignon 99 %
    • Petit Verdot 1 %

    Die Weinlese fand bei optimalen Bedingungen statt. Vom Beginn der Weinbereitung an zeigten die Trauben ein erstaunliches Potential und ein außergewöhnliches Maischungsergebnis. 

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (BEI ABFÜLLUNG)

    Der Jahrgang 1994 in Stichworten: Sehr gute Konzentration. Schönes, sehr intensives Granatrot. Gewichtige Struktur mit gut eingebundenen, festen Tanninen. Sehr lange Lagerfähigkeit.

  • Jahrgang 1993

    • Cabernet Sauvignon 81 %
    • Merlot 11 %
    • Cabernet Franc 8 %

    Die Weinlese fand unter bedecktem Himmel und wechselhaften Wetterbedingungen statt, die erst gegen Ende hin sonnig aufklarten. Trotz kurzer Gärzeit wurde eine gute Tannin-Konzentration erreicht. 

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (BEI ABFÜLLUNG)

    Der Wein hat eine intensive Farbe und eine feine, diskrete Nase voller Harmonie. Ein sehr ausgewogener Tropfen mit guter Lagerfähigkeit.

  • Jahrgang 1992

    • Cabernet Sauvignon 73 %
    • Merlot 27 %

    Ein schwieriges Jahr in punkto Wetter. Die Weinlese konnte zwar zur gewohnten Zeit stattfinden, jedoch bei bewölktem Himmel und einigen Regenschauern. Trotzdem gelangten die Trauben am Ende der Weinlese in exzellentem Zustand in die Gärkeller und bescherten uns nach Abschluss der Gärzeit eine freudige Überraschung. 

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (BEI ABFÜLLUNG)

    Dieser Jahrgang hat einen schönen Tanningehalt, eine ausgewogene Struktur und gut ausgeprägte Aromen, eine schöne purpurne Farbe, sowie den Duft von Gewürzen und Holz. Der Wein ist voll im Mund und kann schon getrunken werden. 

  • Jahrgang 1991

    • Merlot 64 %
    • Cabernet Sauvignon 36 %

    Eine klassische Weinlese mit einer regelmäßigen Abfolge von Regenfällen und Sonnenschein. Allerdings hatte das Weingut in diesem Jahr bereits unter den stärksten Frösten seit Jahrzehnten zu leiden. Trotzdem überrascht dieser Jahrgang durch seine Qualität und seine Konsistenz. 

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (BEI ABFÜLLUNG)

    Dieser Wein bietet eine schöne Farbe, Geradlinigkeit und eine ausgeprägte Struktur. Die Tannine sind sanft und leicht, aber trotzdem ausgereift. Schöne Länge im Abgang.

  • Jahrgang 1990

    • Cabernet Sauvignon 57 %
    • Merlot 30 %
    • Cabernet Franc 13 %

    Ertragreiche Ernte von großer Qualität. Exzellente Bedingungen währen der Weinlese. 

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (BEI ABFÜLLUNG)

    Sehr dunkle Farbe. Feines und komplexes Bukett mit Noten von schwarzer Johannisbeere, Blaubeere, Rauch, Leder und Gewürzen. Ein Hauch von Eiche. Kraftvoll und elegant im Mund, viele feine und kräftige Tannine, reife Früchte. Seidige Textur. Sehr langer Abgang. Der Wein verspricht eine sehr lange Lagerfähigkeit.

  • Jahrgang 1989

    • Cabernet Sauvignon 67 %
    • Merlot 33 %

    Seit 1893 hatten die Winzer keine so vorzeitige Ernte mehr erlebt. Schon Ende August waren die Trauben reif und zeigten eine unglaubliche Reichhaltigkeit an Zucker. Auch wenn eine frühe Reife nicht notwendigerweise Größe bedeutet, rechnen wir dennoch mit einem exzellenten Jahrgang, da die erzeugten Weine schlicht und einfach als köstlich bezeichnet werden können. 

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (BEI ABFÜLLUNG)

    Der Médoc hat farbige Weine hervorgebracht, reich aber ohne Schwere, vergleichbar mit 1982.

  • Jahrgang 1988

    • Cabernet Sauvignon 72 %
    • Merlot 28 %

    In diesem Jahr konnte der schreckliche Kampf gegen den Mehltau durch das Einsetzen von Fungiziden gewonnen werden. Es folgten ein heißer und trockener Sommer und September, der zu einer Weinlese bei voller Ausreifung führte. 

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (BEI ABFÜLLUNG)

    Das Ergebnis sind farbige Cabernets und Merlots, reichhaltig an Struktur und Tanninen.

  • Jahrgang 1987

    • Cabernet Sauvignon 68 %
    • Merlot 27 %
    • Cabernet Franc 3 %

    Auf einen heißen und trockenen Sommer folgten sintflutartige Regenfälle, die während der ganzen Weinlese andauerten, und zu einer wenig ertragreichen Ernte führten. Trotzdem, das Resultat war letztendlich doch sehr zufrieden stellend. Tatsächlich stellen sich die 1987er Weine durch die strenge Auslese als sehr ausgewogen, sanft und fruchtig heraus, da der Regen eine sehr reife Traube hinterlassen hat. 

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (BEI ABFÜLLUNG)

    Wenn dieser Jahrgang auch nicht so konzentriert ist wie 1986 oder 1988, hat er den großen Vorteil, jung getrunken werden zu können.

  • Jahrgang 1986

    • Cabernet Sauvignon 69 %
    • Cabernet Franc 16 %
    • Merlot 15 %

    Vor der Weinlese des Jahres 1986, nach einem derart gelungenen halben Jahrzehnt, hatten die Winzer und Liebhaber von Bordeauxweinen nicht auf einen weiteren großen Jahrgang zu hoffen gewagt. Und doch war gerade dies der Fall: Auf einen vortrefflichen Frühling folgte ein trockener Sommer mit einigen leichten Regenfällen, die für eine reichliche Ernte in hoher Qualität sorgten. Das Ergebnis sind onyxfarbene, sehr konzentrierte und doch schwerelose Weine mit ausgeprägtem Tanninanteil. Mit einem Wort, eine überraschende Synthese der Jahrgänge 1945 und 1949. 

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (BEI ABFÜLLUNG)

    Es handelt sich hier um einen sehr strukturierten, großen Jahrgang, der äußerst lange gelagert werden kann.

  • Jahrgang 1985

    • Cabernet Sauvignon 65 %
    • Merlot 25 %
    • Cabernet Franc 10 %

    Der Jahrgang 1985 steht für einen wiederkehrenden Erfolg. Die gleichen klimatischen Bedingungen wie in 1982, nämlich durchgehend Sonne von Juli bis September, erzeugten ähnliche Resultate : Trauben mit dicker Haut, sanfte und kondensierte Tannine, strahlende Aromen. Diese Trauben haben uns vollkommene, samtige Weine mit einer komplexen Nase beschert, die vielleicht sogar noch einen Hauch eleganter sind, als die von 1982. Das ideale Septemberwetter hat 1985 zu einem außergewöhnlichen Jahrgang gemacht, der sogar an die fantastischen Médocs von 1953 erinnert! 

    ERGEBNIS DER VERKOSTUNG (BEI ABFÜLLUNG)

    Schon in der Jugend köstlich, kann er bald getrunken werden, obschon er noch von weiterem Altern profitieren kann.